3 Monate auf dem Rad durch das Herz Europas

T30: Donau abwärts → Linzer Feld

Sabine:

Da gibt es heute direkt mehrere „Heureka-Effekte“.  Gemeint sind  Highlights, die innerlichen Jubel auslösen:

Habt ihr schon einmal die Gelegenheit gehabt, in einem Schloss aus dem 16. Jh. frei herumzulaufen und alle Türen aufzumachen? Wir hatten dieses interessante Glück mit Schloss Aschach. Wir haben sogar darin geschlafen.

Die oberste Etage ist für Gäste einfach hergerichtet, die mittlere Etage gleicht einem Museum, (Eichendielen, Teppiche, Jagdttrophäen, Bilder, Waffen, Möbel, Geschirr, Ritterrüstungen …). Unten und ringsherum finden gelegentliche Events statt und man kann die alten Gebäude durchstreifen und in alle Ecken schauen. Das machen wir natürlich. Knipsen Licht an und aus, berühren die Rüstung für ein Pferd aus Blech und schimmeligem Leder, durchstreifen leere und vollgestellte Räume. Und natürlich öffnen wir eine grosse weiße Tür, mit einem riiiiiesigen Schlüssel, um zu schauen, was dahintersteckt. Ein geschwungenes steinernes Treppenhaus tut sich auf. Dunkel, zu den Fenstern ungesichert, defekt. Totenstille, nur wir schleichen vorsichtig nach oben und stehen plötzlich auf dem Dachboden. Staub, Kronleuchter, noch mehr Staub, dicke alte, zersplitterte Balken, Spinnweben, eiserne Möbel, Staub und defekte Eichenbohlen, von denen wir beschließen, besser nicht darauf zu treten, um nicht als ewig spukende Schlossgespenster zu enden.

Die vermutliche Schlossbesitzerin älteren Datums passt hervorragend ins Ambiente, ist aber sehr freundlich und zum Glück weltlich aufgestellt.

Zum Zweiten haben wir verwegen noch einmal in die Tasche gegriffen und haben mit dem Hintergedanken, dass wir immerhin noch ganze sieben Wochen davon profitieren – ein Intercom-Gerät gekauft.

Seit diesem Morgen fahren wir also mit Bluetooth an den Fahrradhelmen und können miteinander sprechen, als würden wir uns gegenüber sitzen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für eine Erleichterung ist. Kein Anschreien mehr nötig, kein „Häh? – Was? – Wie? –  Hab nicht verstanden – Sag das doch vorher – wenn du es gesehen hast, – warum sagst du es nicht? – guck mal da … – bist du noch da? – ich brauch´ne Pause – sollen wir mal gucken, ob wir irgendwo Kaffee bekommen? …“ und Ähnliches können wir jetzt locker kommunizieren wie normale Menschen und nicht wie ein keifendes Ehepaar. Das sollte dazu beitragen, dass der Stresspegel noch weiter sinkt und unsere Ehe nicht in Gefahr gerät. 🙂

Auf den Moment, den wir kurz vor unserem Tagesziel erleben, haben wir vier Wochen  hin gefiebert: Kurz nach Linz erblicken wir sie wirklich – die Alpen tauchen weit in der Ferne auf, diesig, nicht klar, aber eindeutig. Kann ein Tag besser enden als mit diesem Eindruck? Wir wissen, dass sie wieder verschwinden werden, aber wir haben sie gesehen! HEUREKA!!!!!

Und zuallerallerletzt: Der Hintern tut nicht mehr weh 😉

Frank:

Von mir heute die zweite Folge der beliebten Sendung: „Die beklopptesten Ortsnamen“:

Bubenheim, Pappenheim, Dollnstein, Pfalzpaint, Gungolding (sprich´s amerikanisch: Gun-Golding 😉 ), Kratzmühle, Beilngries, Kipfenberg, Kapfelberg, Poikarn, Hanselberg, Kleinprüfening, Schwabelweis, Demling, Oberzeitldorn, Pittrich, Wischlburg, Gailberg, Albersdor, Hitzing, Stampfing, Rad Gupf, Albern … würde ich auch sagen 🙂

4 Kommentare zu „T30: Donau abwärts → Linzer Feld“

  1. Kommt von Johann Strauß Walzer, An der schönen blauen Donau,
    Das Wiener Philharmoniker Orchester spielt die schönste Version.
    Mach die Augen zu und du siehst und spürst die Donau ;-).
    Viel Spaß euch Beiden weiterhin und liebe Grüße
    Monika (Airbnb) Straßkirchen

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    • Liebe Monika, welch Überraschung, dich hier zu lesen:-)
      Vielen Dank für die Info, das Thema „blau“ oder „nicht blau“ beschäftigt uns tatsächlich schon eine Weile. Also kommen deine Informationen genau richtig.
      Herzliche Grüße an die Enkelkinder (das blaue und das blau machende), an dich und an die leckeren Brombeeren;-) Bleibt gesund.
      Sabine

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