3 Monate auf dem Rad durch das Herz Europas

T31: Donau abwärts → Mitterkirchen

Frank:

Vielleicht hast du bemerkt, dass bei der heutigen Tagesroute ein Teil rot ist. Wo das „B“ steht und die blaue Linie endet, liegt die Weltstadt Mitterkirchen im Machland … Den roten Teil sind wir heute nicht gefahren, sondern in Mitterkirchen gestrandet. Sabine wird dir berichten, was es damit auf sich hat (Ich muss schlafen)

Sabine:

So kann es nicht weitergehen. … So oder so ähnlich hatte ich geschrieben, als es uns nur zu gut ging.

Stimmt, jetzt ist Mist und Frust. Heute morgen sind wir noch bester Laune, freuen uns auf den neuen sonnigen Tag und radeln vergnügt in den Tag hinein. Ungefähr fünf Minuten später informiert mich Frank, dass ihm nicht gut sei und er verschwindet mit dem Toilettenbeutel im Gebüsch.

„Gar nicht gut, mir ist übel“ lässt er mich wissen, um sich weitere fünf Minuten später in einem anderen Gebüsch zu übergeben.

Schnatternd und zähneklappernd schaffen wir es bis zum nächsten Kuhdorf: Mitterkirchen. Dort bitten wir um Asyl und ein Bett. Eine Ferienwohnung ist frei und so dauert es keine fünf Minuten (nachdem er den Gastgebern nochmal in den Vorgarten geko… hat), bis Frank im Bett liegt. Ich hole unseren Kram nach und kämpfe mit Mitleid mit dem kranken Küken und Frust … wäre zu schön gewesen. …

Einen Lebensmittelladen würde ich gern aufsuchen. Es gibt tatsächlich ein Lädchen, welches sich gut getarnt hinter einer Fleischerei versteckt. Das Dorf ist wie ausgestorben. Nach Suchen und Rufen treffe ich auf eine Dame im Gasthof, die gleichzeitig die Besitzerin des Lädchens ist. Sie lässt sich erweichen und sperrt für mich auf, damit ich Bananen, Tee, Zwieback, Salzstangen kaufen kann. Als ich Joghurt wünsche, erklärt sie mir, das sei nicht gut bei Durchfall – gibt aber nach, als ich sage, dass es für mich sei, weil ich ja auch Hunger bekäme. Ich darf Joghurt kaufen und 2 Brötchen. Vorsichtshalber lasse ich mir von ihr die Öffnungszeiten erklären.

Zu Hause muss ich feststellen, dass meine bessere Hälfte vermutlich Fieber entwickelt und dass es keine gute Idee ist, morgen schon weiter zu fahren. Hier können wir nicht bleiben, da die Wohnung ab morgen vermietet ist. Die freundliche Besitzerin des Gasthofes hilft uns, eine Alternative zu finden. Irgendwo in der Gegend finden am Wochenende Konzerte statt und überall ist ausgebucht. Notfalls könnten wir hier im Garten zelten – sagt sie. Das beruhigt mich schon mal. Aber es findet sich noch ein Zimmer in der Nähe, in welches wir von morgen bis Sonntag umziehen können. Den Preis habe ich gar nicht erst erfragt.

Mir wird sehr bewusst, wie abgeschnitten wir hier auf dem Land von Arzt, Apotheke, Versorgung sind. Kein schönes Gefühl. Ich liebe Sicherheit und Optionen und es fällt mir schwer, diese Unsicherheit in der aktuellen Situation auszuhalten. Aber auch wenn es menschenleer wirkt, dieses Dorf, so sind doch unsere Gastgeber hier und werden uns vermutlich nicht verrecken lassen 😉

Unterdessen hat Frank unsere nächsten Übernachtungen storniert, unser Fiakerfahren in Wien, unseren Fahrradcheck-Termin in Wien. Sch …

Jetzt schläft er wieder. …

2 Kommentare zu „T31: Donau abwärts → Mitterkirchen“

  1. Ihr lieben beiden, mutigen, ausdauernden und niemals-klein-beigebenden-bei-Herausforderungen – Radfahrer-Freunde!
    Zum ersten Mal spreche ich hier zu euch Abenteurern ;-))

    Bisher lief es ja prima bei und ihr habt es sichtlich genossen, denn geguckt habe ich schon öfter hier auf eurer Seite, nur leider bis jetzt noch keine Zeile geschrieben. Tut mir leid. Und a bissl neidisch ist man ja auch, wenn man euch so fröhlich und munter on-the-road sieht. Toll macht ihr das!!
    Auf kleinere Pannen und Unwägbares habt ihr bisher ja super reagieren können und es wurde – so hab ich es gelesen- immer besser mit jedem Tag und der Routine.
    Jetzt also ein „Bummer“ wie der Amerikaner sagen würde. Tut mir vor allem leid für dich, Frank und für euch beide natürlich. Aber ich bin mir sicher, ihr kriegt das hin – Profis wie ihr seid!! (Niemals würde ich beispielsweise freiwillig mit einem Anhänger am Fahrrad Berge rauf und runter und beim Auf-und Absteigen aufs Rad noch balancieren…. Uahhh!!)

    Gute Besserung für dich, Frank …. und dann hoffentlich bald loss jonn!
    Hattet ihr eigentlich schon Bergfest (ich meine nicht das tägliche 🙂 sondern der Punkt wo die Rückfahrt) beginnt??

    Vielen Dank auch, dass man an eurem Abenteuer teilhaben kann: Fotos unc Beschreibungen machen Spaß!
    Eine weitere reibungslose und voll schöne Fahrt wünscht euch beiden herzlich
    Maria

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    • Liebe Maria, welch eine Überraschung, dich hier zu lesen. Das freut uns wirklich. Frank geht es schon wieder besser, (s. nächster Tag) und wir freuen uns, wenn es weitergeht. Ich glaube, dass ihr Kölner „Flachlandtiroler“ bis hierhin auch Spass auf eurem Radel hättet. An der Donau entlang ist es überwiegend flach und windig, was allerdings auch etwas Anstrengung bedeutet.
      Haltet euch tapfer und vielen Dank für den netten Zuspruch. vielleicht fahren wir ja mal zusammen……??? Sabine

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