Sabine:
Die Zeiten ändern sich. Und die Redewendungen ändern sich und noch manches andere ändert sich mit dem Lauf der Zeit.
Als wir vor vier Wochen losfuhren, war eindeutig Heuzeit. Die Bauern auf den Feldern waren mit Mähen, Wenden und Sammeln des Heus beschäftigt. Wo man hinschaute, blickte man auf große Landmaschinen, Traktoren und es war immer möglich, einem dieser riesigen Kolosse zu begegnen, ob Werktags oder auch Sonntags. Zu der Zeit sagten wir noch:
„Puh ist das heiss“ oder
„Im Schatten kann man es aushalten“ oder
„Im Zimmer ist es wärmer als im Zelt“ oder auch
„Ich schmelze“.
Es war die Zeit, in der Wasser nicht ausreichte, sondern die Gier nach Bier überhand nahm.
Jetzt in der Getreidezeit ist das anders. Wir begegnen nicht mehr den Heuwendern, sondern großen Mähdreschern – und Maschinen, deren Zweck uns verborgen bleibt. Die Wiesen sind abgemäht und kurz und auch die Getreidefelder werden zunehmend zu Stoppelfeldern. Auch unsere Gespräche klingen etwas anders:
„Hast du Lust auf Kaffee?“ oder
„Schön jetzt in der Sonne“ oder
„Im Schatten ist es fast zu kühl“ oder auch
„Warten wir bis die Sonne scheint, dann ist es nicht mehr so kalt“.
Gestern Abend war es wirklich frisch und wären wir nicht zu faul gewesen, um unsere warmen Sachen aus den Taschen (ganz zu unterst) zu kramen, hätten wir auch nicht frieren müssen. … Die Zeiten ändern sich.
Ich bin gespannt, was die Maiszeit uns bringt, das wird noch etwas dauern.
Eine kleine Begebenheit aus der letzten Nacht: Am Abend klettert eine Schwanenfamilie aus der Donau: Vater, Mutter und 5 Kinder. Sie putzen sich ausführlich, ordnen ihr Gefieder („Kinder, geht Zähneputzen, dann den Schlafanzug an und ab ins Bett“) und legen sich in unmittelbarer Nähe unseres Zeltes zur Nachtruhe. Es berührt mich sehr, dass diese kleine Familie, – genau wie wir – vertrauensvoll neben unserem Zelt und wir neben ihnen die Augen schlossen. Ich empfinde Liebe und es fühlt sich irgendwie an wie im Paradies. Zumindest stelle ich es mir so vor.
Gute Nacht und schlaft schön!











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