3 Monate auf dem Rad durch das Herz Europas

T25: Obere Donau abwärts → Regensburg

Frank:

Heit hamma’s gmiatlich ogeh lassn, weil ma bloß 40 Kilometer an da Donau entlang radln ham miassn. … Verstanden? Bestimmt! Man muss sich halt anpassen als Saupreiss 😉 Es passiert immer mal wieder, dass uns jemand anspricht und fragt, wohin, woher und so: „Wo kemmt’s denn her?“ … „Wos? Aus Wuppertal! Wia lang seid’s denn scho auf Achs – und wo geht’s denn hi?“ …

Wir haben festgestellt, dass es hier unten tausenduneine Biersorte gibt und testen nun fleißig alle alkoholfreien Weißbiere, derer wir habhaft werden können. Jeder Biergarten führt eine andere Sorte. Spannend!

Heute haben wir übrigens irgendwo im Stadtgebiet von Regensburg die 1.000-Kilometer-Marke geknackt! Die Langradler unter euch werden vielleicht lächeln: nach fast vier Wochen? Da könnte man doch locker schon das Doppelte gefahren sein! Könnte man, muss man aber nicht – wir jedenfalls nicht. Wir sind happy, dass alles so gut läuft und wir alle Probleme und Situationen bislang gut meistern konnten (wenn auch teilweise nur mit dem Portemonnaie – was uns in Lappland nie geholfen hat 🙂 )

Zur Feier des Tages sind wir von der Unterkunft nochmals nach Regensburg zurückgeradelt und haben eine Runde durch die Altstadt gedreht. Richtig viel los an diesem schönen Sommerabend: so viele Menschen auf einen Haufen haben wir lange nicht mehr gesehen. … Und morgen weichen wir nochmals von der Devise „Der Weg ist das Ziel“ ab, weil ich gern zur Walhalla möchte, einem Tempel im griechischen Stil mit 132 Büsten berühmter Personen aus der Geschichte Deutschlands – oder vielmehr von Personen, die der Bauherr König Ludwig von Bayern irgendwie im „geistig teutschen Zusammenhang“ sah. Ich bin gespannt!

Sabine:

Ha! Ich bin ihn los, den Anhänger. Frank hat jetzt seine Achse eingebaut bekommen und zieht den Burley – wir haben etwas Gepäck umgeschichtet und jetzt fahren wir halbwegs ausgeglichen, was die Belastung angeht.

Da bin ich vergnügt: Plötzlich ist das Leben leichter, ich muss nicht mehr balancieren beim Auf- und Absteigen, nicht mehr den „Schwerlasttransport“ wenden, nicht mehr mühsam aufstellen und losfahren. Leicht wie eine Schwalbe fühle ich mich und gleite elegant wie die Gänse neben mir im Flug über den Donauradweg. Die neuen Reifen sind klasse, der Schotter stört mich nicht mehr. Das Leben ist schön.

Hinter mir gewöhnt sich Frank an das neue Fahrgefühl: 

„Ohhhhh – da darf man aber nicht plötzlich abbiegen… “

„Ups, -da bin ich ins Straucheln gekommen… “

„Uff – manche groben Schotterwege sind eine echte Herausforderung. Da muss man sich konzentrieren.“

„Oh – Eine Hand loslassen ist gar nicht so einfach…“

Am Ende zieht Frank den Hänger über die 1000 Km-Grenze, die wir ein wenig feiern. Er habe Hochachtung, dass ich den Hänger so lange gezogen habe – und das mit Straßenreifen –, verrät er mir.  Das freut mich sehr, es geht runter wie Öl. Danke Frank!

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