3 Monate auf dem Rad durch das Herz Europas

T14: Mittleres Maintal → →

Frank:

Was wären wir heute ohne unsere Technik? Auch als Handy-Verweigerer bin ich nicht davor gefeit: Da musste ich gestern Abend feststellen, dass ich ein wichtiges Kabel zum Aufladen meines Macbooks von einer Powerbank vergessen hatte – und so war gleich nach dem Hochladen des radeldidö-Beitrages Schluss mit lustig.

Doch ausgerechnet heute gab es noch zwei weitere „Technikthemen“, die uns – im wahrsten Sinne des Wortes – bewegt haben:

Schon beim Frühstück entschieden wir uns, die nervigen Kommunikationsprobleme bei der Fahrt endgültig zu lösen: „Schluss mit `Was? Hä? Wie? Ich verstehe kein Wort!´!“ So ergänzten wir unsere heutige Route durch einen Fahrradladen in Würzburg, um dort ein Intercom-Helmsystem zu kaufen (was gar nicht so einfach war, weil die meisten Montags geschlossen haben). Die „KI-Emma“ riet uns zu Kings Bike, direkt am Weg gelegen. Super! …

Bei noch sehr angenehmen 16°C ging es in Zell am Main los, um dann eine halbe Stunde später die Würzburger Altstadt zu durchqueren. Hier versagte Komoot wieder einmal und wir mussten dreimal drehen – was für Sabine immer ein anstrengendes „Großereignis“ mit ihrem Long vehicle ist. Als wir dann nach weiteren 20 Minuten vor dem Laden standen, entschieden wir, zukünftig auf solche Stadtdurchfahrten einfach zu verzichten. Auf dieser Tour ist schließlich „der Weg das Ziel“ und man sieht auch vom Radweg aus genug von den schönen Orten.

Punkt 9:59 Uhr waren wir am Laden, der um 10:00 Uhr öffnete. „Wir hätten gern ein Intercom-Helmsystem. Laut KI seien Sie da gut sortiert“. Der Verkäufer lachte und sagte, wir seien die ersten in all den Jahren, in dem er den Laden habe, die nach solch einem System fragen und Nein, das habe er nicht. Lange Gesichter. Er riet uns zu Motorradläden, die diese Dinger führten … Stattdessen kaufte ich mir neue Griffe, damit das häufige Kribbeln in den Händen endlich aufhört und wir ließen bei der Gelegenheit die Bremsen prüfen.

Weiter ging es Richtung Ochsenfurt … und langsam aber sicher kehrte die Wärme zurück, die wir ein paar Tage lang nicht vermisst hatten. Nach der ausgiebigen Mittagsrast in einem heimeligen Robinienhain musste ich ernüchtert feststellen, dass zum einen die neuen Griffe nicht den gewünschten Erfolg brachten (zum Glück habe ich die alten noch im Gepäck) und zum anderen die Hitze-Mattigkeit wieder einsetzte. Was für ein Frust! Die drei letzten Tage noch alles immer besser … und nun dieser Rückfall. Andererseits hätte ich es wissen müssen, denn Hitze war schon immer mein großes Handicap beim Sport.

Dennoch wirken Pausen dabei manchmal kleine Wunder: besonders, wenn man unter einem Walnussbaum sitzt und plötzlich der Besitzer des Feldes vorbeikommt und uns mit einem freundlichen Lächeln die beiden letzten Kirschen des hinter uns stehenden Kirschbaumes überreichte – einfach so 🙂

Unter dem Walnussbaum entschieden wir, die FeWo heute noch einen Tag länger zu buchen. Ausruhen kann nie schaden – wenn man auf solch einer langen Reise ist.

Und in dieser FeWo kam dann „Technikthema“ Nr. 3: das vermutlich ein Gamechanger werden wird. Ahnst du schon, was wir vorhaben?

Auch, wenn wir den Streckenverlauf „ergebnisoffen“ gelassen haben, stellten wir beide fest, dass wir schon ziemlich gern die Alpen überqueren würden. Doch selbst, wenn es Ende August und in höheren Lagen nicht mehr so warm sein wird, sind die Steigungen in den Alpen natürlich seeeehr lang und manchmal auch sehr steil – und das mit enorm viel Gepäck. Das gilt natürlich ebenso für Sabine, die doppelt soviel Gewicht wie ich schleppt und trotz Motor manchmal fahrtechnisch an ihre Grenzen kommt.

Also werden wir übermorgen in Bamberg einen großen Fahrradhändler aufsuchen und sehr wahrscheinlich ein E-Bike für mich kaufen (wenn irgend möglich), um die Tour wie geplant – aber mit neuem Schwung – fortsetzen zu können. Wat soll et!

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