3 Monate auf dem Rad durch das Herz Europas

T13: Mainspessart → Mittleres Maintal

Frank:

Heute ging es 51 km fast ausschließlich über den Radweg am Main – ohne Autoverkehr, aber dafür mit reichlich Sonntagsradlern (siehe Sabines Klassifizierung 😉 Immer wieder waren sehr schöne Orte, Burgen, Kirchen und Schlösser am Weg, die wir allerdings nur im Vorbeifahren bewunderten (Gute Ziele für spätere Womo-Touren).

Nach einem opulenten Mittagessen in Karlstadt (für unsere Trolle, die gerade erst eingestiegen sind: Nein, wir sind nicht am Vänern in Karlstad, sondern am Main in Karlstadt 😉 fuhren wir mit zwei Mini-Schauern in zunehmende Wärme hinein … und tatsächlich war sie sofort wieder da: die Hitzeerschöpfung. Erst als ich später auf Komoot sah, dass der letzte Berg ein 12-Prozenter war, beruhigte mich das etwas.

Heute zelten wir im gemütlichen Garten von Susanne und Jürgen in Zell am Main: wieder einmal total nette „1NiteTent-Gastgeber“! (Vermutlich bieten wir unseren Garten demnächst auch an. Wem die Straßeneinsicht bei uns nichts ausmacht, ist herzlich willkommen. Und sollten wir gerade mal wieder eine Troll-Sonderprobe bei uns machen, dürfen sie gern mitsingen, oder? 🙂

Sabine:

Die Spezies Radfahrer ist eine eigene.

Wir beobachten da verschiedene Untergruppen von Radfahrern, die man ziemlich eindeutig zuordnen mag:

Da ist zuerst die größte Gruppe, – ihr ahnt es vielleicht schon –, die der Rentner. Oft sportlich gekleidet, grauhaarig, Helm-bewehrt, weit leuchtende Kleidung und alle Sicherheitsfeatures an Rad und Mann zuverlässig vorhanden. Ausgestattet mit motorbetriebenen E-Bikes, radeln sie mit Tempo 10 oder 15 im Entenmarsch über die Strecke. Oma und Opa machen einen Ausflug, sie lächeln je nach körperlicher Verfassung und Altersklasse freundlich oder blicken verkniffen. Manchmal trifft man auf komplette Rentnerhorden, die heute (am Sonntag) sich zusammen einen schönen Tag machen und die Biergärten bevölkern.

Dann wären da die Familienradler oder Mütter oder Väter mit ein- oder mehreren Kindern, die teils auf eigenen kleinen Rädchen aufwendig begleitet und gestützt werden müssen, in entsprechenden Hängern gezogen werden oder im grossen Kofferraum der Lastenräder zusammen mit dem Hund die laue Sommerluft geniessen. Da ist besondere Vorsicht geboten. Besonders die kleinen Kinder fahren eine unberechenbare eigene Linie. Kreuz und quer über den Weg, schauen weder rechts noch links oder sie schauen sich schwankend um, wer denn wohl hinter ihnen radelt. Die bemühten jungen Eltern geben ihr bestes, um ihre noch lernende Brut heil durch das Wochenende zu lavieren und auch den Hund unter Kontrolle zu halten.

Und schon kommen wir zur blitzartigsten Spezies unter den Radlern, den Rennradfahrern. In engen Trikots, flotten Helmen und spiegelnden Sonnenbrillen rasen sie mit schief gelegtem Kopf schräg an uns vorbei oder auf uns zu und weichen erst in letzter Sekunde aus, um den Unfall zu verhindern. Da ihre Räder, dünn, leicht, minimalistisch ausgerüstet sind, sie zwar Pedalen und Räder, aber keine Bremsen und auch keine Klingeln (aus Gewichtsgründen) vorweisen können, sind wir dankbar, wenn die Kugelblitze auf Rädern sich durch Rufen oder einen kleinen Jodler auf sich aufmerksam machen, so dass wir unsere Lenker fester und die Luft anhalten können, bis die Gefahr vorüber gesaust ist. Ihr Gesichtsausdruck ist durch die Bank verkniffen.

Und dann gibt es noch den Bodensatz an Radlern, die keiner dieser Gruppen genau zuzuordnen ist: Tandemfahrer, zum Beispiel oder diejenigen, die lediglich einen Weg mit dem Rad zurücklegen und während der Fahrt auf ihr Handy schauen (oft junge Frauen), und natürlich Reisende, die mit vollem Gepäck am Rad kaum geradeaus schauen können, aber freundlich grüßen. Mit diesen kommen wir am ehesten in Kontakt, klar. Wozu zählen jetzt wir uns????

… Irgendwie zu allen: etwas Rentner – nicht allzuschnell –, gucken ebenfalls aufs Navi bzw. Handy, versuchen uns nicht aus den Augen zu verlieren und fahren durchaus gewichtsoptimiert, auch wenn es nicht den Anschein macht. Ich bin mal gespannt, wie der Verkehr auf den Radwegen zunimmt, wenn in zwei Wochen NRW Sommerferien bekommt 🙂

An alle, die dies lesen, schicke ich ein fröhliches „Radeldidö“  🙂

3 Kommentare zu „T13: Mainspessart → Mittleres Maintal“

  1. Frage mich, warum die Rentner eigentlich sonntags radeln müssen? Die haben doch die ganze Woche Zeit… Nur so ein Gedanke

    Ihr zählt für mich nicht dazu. Ihr seid eher die mit dem „Sabbat-(Viertel)Jahr“

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  2. Hej, auch von uns Grüße ebenfalls aus Karlstad, aber tatsächlich am Vänern, bei Regen, Sonne und herrlichen 18° 😊
    Wir erfreuen uns jeden Abend an euren herrlichen Berichten. Wir wünschen weiterhin eine tolle Reise und ein fröhliches radeldidö!!

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