Sabine:
Was kreucht und fleucht? So einiges: Schon in der ersten Minute des neuen Tages wird Frank von einer MÜCKE gestochen – wer hätte das gedacht. Und diese Mücke hält sich stundenlang als nervig in Erinnerung.
Als netter im Gedächtnis bleibt allerdings eine Rotte von Kanadagänsen, die – offenbar ebenso „on tour“ wie wir den Main längs durchqueren: zielstrebig, geradeaus, ohne rechts oder links zu gucken. Stolz die Hälse erhoben, die Richtung nicht aus den Augen lassend. Aber was ist das??? Wenn uns unsere Augen nicht täuschen, gibt es eine weitere Gans, die offensichtlich einen Migrationshintergrund hat. Eine biedere Hausgans in weißem Gewand hat sich den großen stolzen Verwandten angeschlossen und paddelt, was das Zeug hält. Und verrückterweise gibt es einen weiteren Wegbegleiter: eine Graugans, die ebenfalls so tut, als gehöre sie von Haus aus dazu.
Auch der Hofhund eines Bauernhof-Cafés hat es uns angetan: Eine Mischung zwischen Schäfer- und kaukasischem Hirtenhund mit beeindruckender Größe. So sehr beeindruckend, dass sogar die Bäuerin, mit der wir eine Zeit lang schwatzten, sich in der Dämmerung vor ihm erschrocken habe.
Tja, so reihen sich einige nette Begegnungen aneinander. Zwei Milane, die am Himmel kreisen, haben es sogar geschafft, den Frank in seiner Hängematte in den Schlaf zu meditieren. Was ist das schön…
Frank:
Die Bilder mögen so aussehen, als hätte sich die Mainromantik so fortgesetzt, doch tatsächlich war das nur noch auf einigen Abschnitten der Route der Fall. Zumeist war es einfach ein schöner Radweg im Flusstal – nicht mehr und nicht weniger. Die Anpassung an die Radtour wird langsam immer spürbarer: Muskeln und Bodenblech halten deutlich länger durch und am Abend fühlen wir uns nicht mehr so schlapp. Okay, das liegt allerdings auch an den göttlichen Temperaturen von 14 bis 27°C, die momentan herrschen.
Heute haben wir beim Einkaufsstopp an einem Aldi einen etwa gleichalten Radler getroffen, der gerade von einer 6.600 km langen Radreise ans Schwarze Meer (mit einem Teilstück Ukraine) zurückkehrte. Er besaß einen großen zweirädrigen Anhänger-Selbstbau mit 40 kg Ladung – zu etlichen pickepackevollen Packtaschen – mit einem Pappschild der Reiseroute an einem (sicherlich extrastarken) E-Bike. Für die Tour war er 7 Wochen lang unterwegs, hat sämtliche osteuropäischen Länder abgefahren – bis ans Schwarze Meer und bis in die Ukraine sei er gekommen. Vom Krieg hat er nichts gesehen. Heute wolle er nur noch nach Hause, es sei sein letzter Tag, nur noch 120 km. (Das machen wir beim nächsten mal :-))
Die fährt er mal eben so in einem Tag, denn sein Tagesschnitt lag bei über 130 km. … Was für ein Unterschied zu unseren mickrigen 46 km-Schnitt, der zwar sicherlich noch ein wenig steigen wird; aber wir müssen uns halt nichts mehr beweisen und wollen die Tour vor allem genießen (wie man auf den Bildern offenkundig sehen kann).
Bei der Gelegenheit will ich mich auch direkt outen: Es ist durchaus nicht sicher, dass wir die Alpen überqueren werden, weil ich bei den Temperaturen und meinem Gewicht ohne Motor nicht mehr als 7% Steigung schaffe (sagte ich wohl schon). Doch es gibt noch etliche Optionen, die wir noch durchspielen werden. Wir haben ja noch Zeit, die Anpassung wird weiter zunehmen und mal sehen, wie der Aufstieg von Bamberg zur europäischen Wasserscheide bei Rothenburg ob der Tauber wird. … Alles ist offen!
Am Ende des Tages durften wir wieder in einem Garten zelten. Wir wurden von der 16-jährigen Tochter des Hauses mit ihren zwei quirligen Geschwistern empfangen, die uns ganz lieb unseren Platz zeigten und uns eine ganze Weile fröhlich Gesellschaft leisteten. Es ist jetzt halb Neun, die Sonne ist hinter den Häusern verschwunden und ein leichter, kühler Wind weht durch den Garten. Morgen könnte es mal regnen … wird ja auch Zeit! Wir werden berichten. …














6 Kommentare zu „T12: Mainspessart → →“
Wir fanden den Mainradweg damals prima,
waren mit Unseren Kindern und 2Brüdern unterwegs. Es gab unterwegs ein Heuhotel, sehr zu empfehlen, ich weiß nicht mehr, wo das war, war aber nicht zu übersehen !
Wo biegt Ihr ab Richtung München ??
Hallo Hannes, ja, der Mainradweg ist wirklich größtenteils sehr schön! Wir fahren bis Bamberg und biegen dann ins Aischtal ab Richtung Rothenburg o.d. Tauber, um von dort durch das Altmühltal zur Donau zu gelangen. München lassen wir sozusagen rechts liegen 😉
Richtung München? Erstmal ist es der Plan, vielleicht Wien zu erreichen:-) Liebe Grüße
Ihr Lieben, wir wünschen euch weiter dieses Gefühl von „angekommen“ sein in eurem Tempo, das Ganze zusammen genießen, Eindrücke sammeln, erholen auf dem Rad.
Es ist echt klasse, eure lebendigen Berichte verfolgen zu können.
Liebe Grüße von daheim
👋🌼☀️🐇🧒🏼👱🏻♀️🐇👱🏼♂️🐇💃🏼🕺🏻🐇🌸👋
Wir freuen uns schon wieder aufs Wasserski.
Wir fragen uns gerade, wie ihr an die Zeltstellplätze in privaten Gärten kommt?
-andrea- & Michael
Hat Sabine zwei Wochen vor der Abreise entdeckt: 1nitetent.com !