Sabine:
5:35 Uhr und ich fühle mich hellwach. Neben mir schnarcht Frank den Schlaf der Gerechten und Erschöpften, während ich es mir auf meiner Campingmatte auf dem Fußboden gemütlich gemacht habe. Die schmalen französischen Betten sind nichts für mich – ich brauche im Bett Platz genug, um alles von mir strecken zu können, sonst sinkt meine Laune. …
5:45 Uhr: Ich daddele ein wenig auf dem Handy, aber es gibt nichts neues.
6:00 Uhr: Ich hätte Lust auf Kaffee, will aber Frank nicht stören, also schnappe ich ein Buch und versuche zu lesen.
6:20 Uhr: Mir ist langweilig.
6:25 Uhr: Frank streckt sich und guckt mich an. Ich krabble auf das schmale Bett, um noch ein wenig zu kuscheln – und tatsächlich nochmals einzuschlafen.
7:00 Uhr: Ich schmeiße die Kaffeemaschine an, mache mir den ersten Kaffee des Tages und finde die Ruhe, 30 Minuten zu lesen.
8:00 Uhr: Wir stehen auf und frühstücken. Heute ist ein Ausruhtag, der ist für uns beide nötig. Obwohl ich mit Motor fahre und die Strecke wirklich flach ist, sind meine Beine wie Gummi. Wenn ich überlege, wie Frank sich fühlen muss, kann ich nur den Hut ziehen, dass er so stetig durchgehalten hat.
9:00 Uhr: Die Küche ist aufgeräumt, die Packtaschen neu sortiert, die Zähne geputzt, es gibt nichts zu tun. … Ich zerquetsche eine Ameise. Mir ist langweilig. Erst kurz nach 9. Immer noch kurz nach 9.
10:00 Uhr: Sie ist nett, diese kleine Wohnung. So groß wie unser Wohnzimmer zuhause, es ist alles vorhanden: Bad, Küche, Spülmaschine, Kaffeemaschine, viel Geschirr und Besteck, Schreibtisch, Esstisch mit 4 Stühlen, französisches Bett, Wohnzimmerschrank, sogar ein Balken ähnlich wie bei uns zu Hause. Frank googelt E-Bikes, ich guck aus dem Fenster. …
Es ist wirklich ein Ausruhtag. … Oh, draußen wird der Rasenmäher angeworfen, wie unangenehm … wir kommen völlig runter, haben Lust auf nichts und reden über schlappe Beine. … 🙂
Noch nicht mal 11 Uhr. ……


