Sabine:
So kann es nicht weitergehen!
Nachdem ich endlich das Gefühl habe, im Reisemodus angekommen zu sein, die ersten sehr beschwerlichen Tage in Hitze und Bergland hinter uns liegen, geht es mir gut. Eine Routine hat sich eingeschlichen, ich weiss nun, in welcher Tasche ich welche Dinge verstaut habe, wie ich am besten die Trinkflaschen unterbringe und was wann günstigerweise einzukaufen ist, um unser leibliches Wohlergehen zu sichern. Das Radel läuft leicht, der Weg ist überwiegend flach und das Wetter nicht zu überbieten. Der Main ist wunderschön, die Laune bestens, die Örtchen romantisch, der Weg gesäumt von Burgen und Ruinen, die Rastplätze schattig – immer was zu sehen und die Landschaft unfassbar harmonisch. Es geht mir irgendwie schon zu gut. Meditativ treten wir in die Pedale und plötzlich überkommt mich dieses riesige Glücksgefühl. Das Realisieren, dass wir „on tour“ sind, unseren Traum wahrmachen. Die dicken Weidenbäume hängen über die Wasseroberfläche, auf der Wiese dazwischen grasen Gänse jeder Art und in der Ferne blinkt malerisch ein weiteres Dorf – in diesem Fall Miltenberg. Mir steigen die Tränen in die Augen. Frank fährt hinter mir, er sieht es nicht, aber mir laufen die Tränen des Glücks über das Gesicht. Weil ich mir sonst keine Sorgen mache, mache ich mir Sorgen, ob die Sonnencreme jetzt wegläuft? So kann es nicht weitergehen :-))) !
Frank:
Zu Beginn ein kleiner Kalauer, der einfach raus muss: „Wieso fahren hier eigentlich dauernd andere Radfahrer hin und her? Ich dachte, es ist Mainradweg!“ 🙂
Ich kann Sabine nur beipflichten: Die heutige Etappe war fast eine Art „Sinnesrausch“, der nur ab und zu durch „normale“ Straßen, Geschäfte, Häuser unterbrochen wurde. Man konnte sich gar nicht sattsehen an den Schönheiten in der Mainaue! Und das bei einem Fluss, den wir beide immer für einen tristen Industriefluss gehalten hatten. Vielleicht ab Frankfurt … aber hier! Ein Traum!
Zwischendurch kommen wir durch etliche Orte, deren Namen wir nie zuvor gehört haben. Dabei sind auch ganz seltsame Wortgebilde wie „Dorfprozelten“ oder „Stadtprozelten“ … und dabei gilt nicht etwa Nomen est omen, denn Zeltplätze gibt es hier weit und breit nicht (noch´n Kalauer 😉
Am Ende landen wir – aufgrund der fehlenden Campingplätze – in einer Art „Biker-FeWo“ mit abschließbarer Fahrradgarage, klimatisiertem Raum und Edeldusche. Super!














4 Kommentare zu „T11: Mainspessart → →“
Wie schön 🥺❤️ ich freu mich so für euch.
Immer wieder schön ,eure Reiseerlebnisse zu lesen mit
passenden Fotos.
Könnten diese Berichte nicht auch
eine Grundlage sein für ein neues
Buch?
„2 verrückte Trolle auf Tour “
Haltet durch!
Lieber Joachim, erst mal wird ein Kochbuch gemacht:-)))) LG
Ich freue mich so für euch ❣️