Frank:
Vorgestern erreichte uns eine Nachricht von zu Hause, die uns sehr betroffen gemacht hat und die unsere Reise nun überschattet:
Ein guter Bekannter aus dem Kreis der Trollchorfamilien ist an den Folgen eines Fahrradunfalles gestorben.
Er war schon über 80, aber noch sehr fit und wir hatten ihn immer gern bei unseren „Trollwanderungen“ und Aktivitäten dabei. Wenige Tage vor unserem Reisebeginn hatte er angefragt, ob er uns eine Woche lang begleiten könnte. Wir hätten uns gefreut – doch unsere „spontane Übernachtungsstrategie“ und das Zelten waren ihm dann doch zu unbequem. … Natürlich fragten wir uns, ob der Unfall möglicherweise nicht geschehen wäre, wenn er uns begleitet hätte – und dann alles ganz anders gekommen wäre. Solche Fragen stellt man sich angesichts der unfassbaren Realität, auch wenn sie vollkommen sinnlos sind.
Nach unserer Kenntnis war ein Rennradfahrer Schuld, der mit ihm zusammenstieß. … Uns fehlen die Worte: Auf einen Schlag ist jemand nicht mehr da, mit dem man vor kurzem noch geredet und gescherzt hat und der – trotz seines Alters – noch mitten im Leben stand. … Wir trauern mit seiner Frau – und werden nun noch umsichtiger auf dem Rad sitzen und an ihn denken!
Sabine:
Wir sitzen relativ früh auf dem Rad, um die Kühle noch zu genießen. Wenn es warm wird, so wissen wir es aus der Erfahrung, werden wir zwischen 12 und 15 Uhr so müde, dass an ein Weiterfahren kaum noch zu denken ist.
Das Altmühltal zeigt sich von seiner besten Seite. Der Weg verläuft fast durchgehend flach … so können wir Strecke schaffen.
Da für heute 17 Uhr Gewitter vorhergesagt sind, sind wir zügig unterwegs. Wir wollen nicht vom Gewitter überrascht werden und machen schon Pläne, was zu tun ist, wenn es doch passieren sollte. In die nächste Bäckerei sausen und dort bei Kaffee und Kuchen die Lage abwarten? Oder bei einer der zahlreichen Bauernhöfe ins Scheunentor rauschen und um Asyl bitten? Wenn all das nicht möglich ist: Tarp aufbauen, in einiger Entfernung der metallenen Fahrräder zusammenkauern und hoffen. Den Burley-Wimpel auf die Erde legen, nicht dass dieser noch den Blitz anzieht?
Doch alle diese Gedanken sind unnötig, kein Gewitter in Sicht. Und natürlich schlägt auch heute die Müdigkeit zu, so dass wir gegen 14 Uhr noch für eine Stunde die Hängematten rausholen und ein Ründchen zwischen den Bäumen abseits des Weges schlummern. Pünktlich um 15:30 Uhr kommen wir an der Fewo an.
Vor vielen Jahren habe ich einmal ein Buch gelesen, in dem einem Mann von göttlicher Seite alle Wünsche erfüllt wurden, die ihm einfielen. Zuerst wünschte dieser sich, gut auszusehen, dann eine Frau kennenzulernen, noch vieles andere, dann einmal einen Mensch zu retten, Einfluss zu haben usw. Da der Mann die Erfüllung dieser Wünsche nicht rückgängig machen konnte, wurde er alsdann mit ihren negativen Folgen konfrontiert, bis er später nichts mehr im Griff hatte (so genau erinnere ich mich nicht mehr).
Jedenfalls muss ich am Abend an dieses Buch denken, als sowohl Frank als auch ich immer wieder sagen: Es soll jetzt endlich gewittern und krachen und hageln, damit wir uns nicht umsonst so beeilt haben und damit sich die erneute Ausgabe für das Zimmer auch gelohnt hat.
Das sagen wir dreimal und dann wird es dunkel, es grollt am Himmel und der Strom fällt aus. Kein Kühlschrank, kein Empfang am Handy, kein Laden des Akkus, kein Internet, kein Fernsehen, kein Licht. Und wie oft kann man eigentlich die Toilettenspülung betätigen?
Um es vorwegzunehmen. … Zwei Stunden später ist alles wieder da, aber die Moral von der Geschichte: Überleg dir dreimal, was du dir wünschst!













1 Kommentar zu „T23: Fränkische Alb, Altmühl abwärts →“
Eine 🕯️ für T.
Mir fehlen immer noch die Worte.