3 Monate auf dem Rad durch das Herz Europas

T68: Oberrhein abw. → Markgräfler Ebene

Frank:

Da habe ich doch glatt vergessen, die letzte wichtige Wasserscheide unserer Tour zu nennen: die zwischen Donau- und Rheineinzugsgebiet. Schon vor sechs Tagen (also am Tag 62) haben wir im Allgäu bei Oberstaufen nach dem Alpsee diese Wasserscheide überquert. Seither fließen wieder alle Wasser in den Rhein und damit in die Nordsee.

Den Rhein – genauer gesagt den Oberrhein ab Basel/Weil – ging es heute entlang bis Breisach (auf der Höhe von Freiburg). Das Wetter war wieder trocken bei angenehmen 24 °C und auch die Prognosen für die nächsten Tage gehen lediglich morgen Nacht von etwas Regen aus: Für uns genial – für die Landwirtschaft und die Natur katastrophal! Wieder sahen wir komplett vertrocknete Maisfelder und viele braune Laubbäume. Es ist zum heulen!

Der Rhein ist hier wunderschön (da großteils renaturiert und vom Rhein-Seitenkanal für den Schiffverkehr getrennt) – allerdings war er meist nur als Schimmer durch die Baumreihen zu sehen, die seine Ufer größtenteils säumen. Hier verläuft der Rheinradweg, der hier zwischen Schwarzwald und Vogesen in großen Teilen nicht asphaltiert ist. Man fährt auf festem Kies: das lässt sich zwar relativ gut fahren (man „schwimmt“ nicht wie auf Schotter und es ist recht glatt), ist aber ziemlich laut und mit den Kilometern spürt man (tatsächlich auch mit den E-Bikes), dass man etwas mehr Kraft benötigt, weil der Rollwiderstand größer ist. Es ist zwar schön, bei Sonnenschein zumeist durch diese schattige Allee zu fahren, ich fand es stellenweise aber auch ein wenig eintönig. … Für die beiden nächsten Tage habe ich schon ein paar Änderungen vorgenommen, damit der Anteil asphaltierter Radwege größer wird.

Einmal haben wir den Radweg heute verlassen, um in Neuenburg am Rhein einzukaufen. So kamen wir zum einen in den Genuss, die Höhen von Schwarzwald und Vogesen sehen zu können – und zum anderen in den Wahnsinn „lebensmittel-hortender Franzosen“, die wie die Ameisen über den Lidl herfielen. Waren an der Schweizer Grenze schon 85% Schweizer in deutschen Geschäften, so waren es hier 99% Franzosen. Und zu Sabines Unbill (sie war für ein paar wenige Sachen mehr als eine Stunde im Laden) kauften die meisten Franzosen ganze Einkaufswagenladungen ein, um sich einzudecken. Keine Ahnung, wo die überall herkamen – offenbar nicht nur aus den Dörfern gleich auf der anderen Rheinseite.

Gegen 16:00 Uhr landeten wir dann auf einem netten Campingplatz vor Breisach am Fuß des Kaiserstuhls, wo wir den Tag nun ausklingen lassen.

2 Kommentare zu „T68: Oberrhein abw. → Markgräfler Ebene“

  1. Hallo Sabine und Frank,
    toll eure Reisekommendare zu lesen. Ich habe den Königsee erreicht und mache mich heute weiter zum Chiemsee. Euch weiter eine schöne Radreise. Gruß Rolf

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    • Hej Rolf, schön, dass du dich hier meldest 😉 Hoffentlich hat die Gewitterfront da hinten nicht so gewütet wie westlich des Bodensees! Warst du sicher? Dir eine tolle Weiterreise.

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