Sabine:
Die Aussicht vom Zeltpatz-Plateau in die Berge ist so himmlisch, dass wir gar nicht erst wegwollen. Wir sitzen beim Frühstück, schauen in die Ferne und genießen unendlich, dass wir beim Frühstück sitzen und in die wunderbare Ferne schauen dürfen. 🙂
Die Strecke heute ist relativ kurz – 38 km – und irgendwie dauert heute auch alles länger als gewohnt, bis wir um 11:30 Uhr endlich aufbruchbereit sind. Wir freuen uns auf Kathrin, die wir am Nachmittag in Lindau treffen möchten und der Plan ist es, gemütlich die kurze Strecke abzuradeln, dann in Lindau entspannt einkaufen zu gehen und zu duschen, um um 17 Uhr einen schönen Abend mit unserer Trollfreundin zu verbringen.
Es dauert nicht lange, da ist schon der erste Berg und die Oberschenkel beginnen trotz E-Bike zu brennen … ächzend treten und ziehen wir uns hinauf. Wenn das noch lange so weitergeht, muss ich absteigen, das packe ich nicht. … Ein Blick aufs Navi verrät, dass wir uns gerade erst am Anfang dieses Aufstieges befinden. Also weiter. „Nicht absteigen“ ruft Frank hinter mir, als ich die Steigung nicht mehr schaffe und vom Rad plumpse, – jetzt muss er auch abspringen und wir stehen da, müssen ein Stück schieben.
Die Aussicht wird immer besser – wir können sie genießen, als wir auf einem geraden Stück neben drei hochschwangeren Ziegen eine Pause machen. Weit gekommen sind wir noch nicht und ein Balken des Akkus ist schon verbraucht. Jetzt folgt gleich noch ein Stück bergauf und dann die Abfahrt. Ich fahre nicht gern bergab, das Dauerbremsen strengt meine Hände an und ich sorge mich um die Bremsen, die ich alle Nase lang kontrolliere. Da sind wir vielleicht eine Stunde bergan gefahren und jetzt in zehn Minuten unten. Der nächste Berg und damit Aufstieg steht an. Das Navi zeigt rote Warnbalken, also wird es auch diesmal sehr steil. Unter Aufbietung aller Oberschenkelreserven und zwei weiterer Akkubalken (von vier) erkämpfen wir auch diese Herausforderung. Es ist etwas auf die Zeit geschossen, schließlich haben wir ein Date und möchten nicht hetzen.
Und wieder ein anstrengender Abstieg. Die Route führt uns in einen Nebenweg. Ein Waldweg im Schatten, der immer holpriger und steiniger wird. Die Räder schwimmen auf dem losen runden Schotter und selbst Frank fängt an zu fluchen, bis wir absteigen und bergab (!) schieben müssen. Das ist anstrengend und klappt nur, indem wir die Räder absolut senkrecht halten. Selbst eine leichte Schrägstellung lässt sie durch das Geröll zur Seite rutschen.
Und dann kommt der Schrei: „Der Bodensee. Ich kann den Bodensee sehen!“ Frisch motiviert erledigen wir den Rest des Horrorweges, um gegenüber eine letzte Steigung zu packen, die dann die letzte ist. Ab sofort geht es nur noch bergab und um 15 Uhr erreichen wir den Campingplatz. …
Was ist das für eine Freude, als Punkt 5:00 Uhr die Kathrin am Treffpunkt erscheint. Aus Ravensburg ist sie angereist und strahlt ebenfalls. Auf dieses Treffen hatte ich mich schon seit Wochen gefreut und jetzt ist es soweit. Die Gute bringt Kuchen mit, sowie Pflaumen und wir fühlen uns sehr verwöhnt. Beim gemeinsamen Essen im Strandrestaurant können wir alle Neuigkeiten, die sich aufgestaut haben, austauschen. Es war ein sehr schöner Abend mit lauen Temperaturen, Kuchen essen am Strand auf einer Bank und vielen Geschichten. Viel zu schnell wurde es Abend, dunkler und damit kühler, so dass wir uns verabschiedeten.
Danke Kathrin.
Frank:
Kathrin saß mit Sabine im Sopran im Trollchor und damit weit weg von den Tenören. So hatte ich leider recht wenige Gelegenheiten, sie näher kennenzulernen. … Das haben wir jetzt in einem wirklich sehr tiefgreifenden Austausch nachgeholt. Es ist wirklich sehr schade – aus unserer Sicht –, dass sie nicht mehr im Trollchor mitsingen kann, denn sie gehört für mich zu den vielen besonderen Menschen, die dieser Chor zu bieten hat!










2 Kommentare zu „T63: Bregenzerwald → Lindau am Bodensee“
Schön war’s.
Es war „Schwedischer Matschkuchen“ nach Maries Rezept. Passend zum Trollchor 🤗
Hoffe, ihr seid heut nicht all zu nass geworden.
Gute Weiterreise.
LG
Ihr traut Euch was (zu)❣