3 Monate auf dem Rad durch das Herz Europas

T19: Aischtal → Rothenburg o.d. Tauber

Frank:

Monique stellt ihren Gästen (meistens Wohnmobilisten, ab und zu Zelter) ein luxuriöses Gästebad zur Verfügung: Wow! Und über der Toilette stand: „Welcome to this place where shit happens“ 🙂

Die positiven Erfahrungen mit meinem neuen E-Bike haben sich fortgesetzt: In der Mittagshitze bei den Steigungen nach Rothenburg war ich heilfroh, als meine Automatik den Motor verstärkt zuschaltete und mir so den Kampf ersparte. Doch noch etwas anderes fiel mir ein: Vorab habe ich unsere Route natürlich möglichst steigungsarm durch Täler geführt. Doch wie wir nun feststellen, sind die Übernachtungsplätze oftmals oberhalb der Täler, sodass etliche unvorhergesehene Steigungen hinzukommen. Und am Ende eines Tages fällt es natürlich besonders schwer, noch einen Berg zu erklimmen.

Unser Tagesschnitt liegt derzeit bei 47 km. Es ist uns schleierhaft, wie einige Freunde von uns (vielleicht auch du?!) 80 bis über 100 km pro Tag fahren können. Selbst mit zwei E-Bikes werden wir wohl in aller Regel unter 60 km bleiben. Die Popöchen (das „…chen“ muss sein, Hasi, weil klein und zart 😉 haben zwar schon Schwielen auf der Knochenhaut gebildet und von der Kraft passt es allemal recht locker (von der Hitze abgesehen) – aber wir hängen uns gern mal unterwegs mit den Hängematten in die Bäume (wie auch heute) oder machen ausgiebige Pausen bei Latte oder Kaltgetränken, sodass Abends gerade noch genügend Zeit ist, um an radeldidö weiterzuschreiben und die nächste Feinplanung bzw. Übernachtungssuche vorzunehmen. (In zwei Monaten wird das wohl noch enger wegen der früheren Dunkelheit. Wir werden sehen.)

Sabine:

Heiß, heiß und nochmal heiß. ….

Die vergangene Nacht habe ich draußen geschlafen. Unter Moniques Walnussbaum, Mirabellenzweigen und einer verzweigten Fichte. Das Wetter lud einfach dazu ein. Frank, der Sorgen hatte, in der Nacht von Mücken oder sonstigem Getier gefressen zu werden, zog das Zelt vor und so lag eine dünne Zeltwand und zwei Meter zwischen uns. Es war einfach wunderschön. Der Himmel war wolkenlos, ging langsam ins Abendrot über und die ersten Sterne begannen zu funkeln. Der Blick aus dem Bett an den grünen Zweigen vorbei über die weite abgemähte Wiese auf die sanften bewaldeten Hügel weit in der Ferne. Versteht ihr das? Ich fühlte mich einfach nur am richtigen Ort, warm, sanft, sicher und eingerahmt … und herrlich müde und schläfrig. Ein perfekter Sommerabend. Keine Mücke weit und breit, ein sanfter Wind. Ich schlummerte ein … bis …

Was ist  DAS? … Mitten in der Nacht wachte ich auf, sah die Sterne über mir und fühlte mich sehr zufrieden. Dann drang das Froschkonzert in mein Bewusstsein. So etwas habe ich bislang noch nicht gehört. Gefühlte 3 Millionen Frösche quakten und gurrten um die Wette. Der Teich lag vielleicht 20 Meter hinter uns. Es war laut. Lauter als die B8, die zu diesem Zeitpunkt kaum mehr befahren war. So hörte ich mir entspannt Beethovens Fünfte aus Sicht der Frösche an und beschloss, milde lächelnd, über der Musik wieder einzuschlafen. Ihr ahnt es schon: Unmöglich. Was zuerst als ein nächtliches Erlebnis begann, weitete sich aus zu ungewollter Lärmbelästigung. Hellwach und amüsiert/deprimiert hörte ich mir das Konzert zum 10. mal an, erleichterte mich zwischendurch unter dem Sternenzelt mit Blick auf den großen Wagen und machte eine Tonaufnahme von der Kakophonie Froschquaken/Frankschnarchen. Als es hell wurde, schlief ich seelig wieder ein. Die Frösche (Gott hab sie seelig) gaben Ruhe und ich fand die meine.

Das ist der Grund, warum wir heute erst um 10 Uhr weggekommen sind 🙂

Frank: … weil ich mir so etwas dachte und von 5 bis 7:30 Uhr Sabines Schlaf bewachte, während ich die Morgenröte genoss und die Tourplanungen fortführte 😉

4 Kommentare zu „T19: Aischtal → Rothenburg o.d. Tauber“

    • Es gibt keinen Termin, liebe Andrea, nur die Sonne, die uns wirklich zu schaffen macht. Zwar ist sie im Fahrtwind auszuhalten, aber irgendwann möchte man nur noch in den Schatten:-) deswegen haben wir früh immer einen Termin mit den Fahrrädern.Vermutlich ist es auch in Köln heiß? LG

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      • Ich schaue lieber nicht aufs Thermometer… Gestern waren wir aber an der Mosel, zum Wasserski, bei 26° Wassertemperatur. Wunderbar. Könnt ihr euch nicht auch ab und an im Fluss abkühlen?

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        • würde wir theoretisch machen können, ist aber mit Aufwand (Fahrad sichern, umziehen auf eh schon nasser Haut, schlammig aus dem Uferbereich auftauchen, neu eincremen)… , und das bei Hitze? Erscheint uns eher nicht erstrebenswert. Verrückt, nicht wahr? Liebe Grüße

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