Sabine:
Heute morgen wäre ich gern noch im Bett geblieben. Die Temperatur ist herrlich frisch, der Blick auf die Regnitz, Frieden auf dem Campingplatz. Besonders froh bin ich, als der Chef des Campingplatzes höchstpersönlich eine kleinere Reparatur an meinem Hänger vornimmt (eine Schraube am Ständer fehlte). Das rechne ich ihm hoch an, jetzt kann ich den Hänger auch wieder korrekt abstellen.
Erst mal auf dem Rad, kommt auch die Lust am Abenteuer schnell zurück. Während auf dem Mainradweg, rechts und links Hügel zu sehen waren und alle Meter wieder schattige Rastplätze vorhanden, änderte sich nun die Landschaft. Ruckzuck befinden wir uns an der Aisch – ich kann vom Main gar nicht so schnell Abschied nehmen. Die Landschaft zeigt sich nun weitläufiger und bäuerlich. Felder, Wiesen, soweit das Auge reicht. Die flachen Hügel weit vor und neben uns machen uns den Eindruck und das Gefühl von Weite und Ferne. Es ist eindeutig eine Änderung zu den Tagen vorher. …
Und es gibt keinen Schatten, weil keine Bäume und keinen Wald. In einem kleinen Park dann finden wir eine Pausenmöglichkeit unter einigen dicken Linden. Erleichtert, doch etwas Schutz vor der Sonne gefunden zu haben. – Während Frank eine kleinere Reparatur am Fahrrad vornimmt, packe ich die die Kalorien aus. Und dann geschieht es: ein junger Mann auf einer Straßenkehrmaschine arbeitet sich mit einem Höllenlärm direkt vor unserer Nase quälend langsam die Straße entlang. Gleich ist er fertig, vermuten wir und dann kommt noch ein Riesentrecker, der selbst die Strassenkehrmaschine übertönt. Noch kann ich grinsen. Und noch bevor Frank fertig ist und zum Essen fassen erscheint, braust ein Handwerkerauto auf die Fläche. Als der Fahrer aussteigt und sich die Mickymäuse auf die Ohren setzt, schwant es uns schon. … Und tatsächlich, da schmeißt der Typ den Laubbläser an und macht sich an die Arbeit, als die Strassenkehrmaschine zurückkommt und dieselbe Straße vor unserer Nase ein zweites Mal säubert.
Ich packe die Kalorien wieder ein, Frank signalisiert schweigend sein Einverständnis – unterhalten kann man sich nicht und wir fahren weiter – um auch noch von einem Müllauto überholt zu werden.
Zehn Minuten später machen wir eine Vollbremsung auf einer privaten Wiese mit Baum, fragen den erstaunten Besitzer um Erlaubnis und Wasser und verbringen dort endlich eine wohlverdiente Pause.
Die Sonne ist schon extrem, wenn man ihr nicht entfliehen kann. Zwar funktioniert die Sonnencreme, aber man merkt die Belastung, wenn man ihr stundenlang ausgesetzt ist. So schießen wir wie ein Mann ohne Absprache in eine kleine Waldecke am Weg, als die Gelegenheit günstig ist, um in der Hängematte eine weitere Erholungspause einzulegen. Im grünen Schatten hängen, das ist göttlich.
Genau so göttlich, wie der Bauernhof von Monique, die uns den romantischen Platz in ihrem Garten zeigt unter Bäumen mit Katzen und Trampolin. Und zu allem Überfluss schenkt sie uns zwei Gurken und eine Zucchini aus ihrem Garten, was den Himmel auf Erden perfekt macht. Danke!















