Sabine:
Endlich findet mein Sehnen seine Bestimmung. Die Walnüsse beginnen zu reifen und ich komme dran. Leider kommen wir so nicht weiter, aber das ist es wert. Es sind bereits Nüsse von den Bäumen gefallen und aufgeplatzt. Okay, die meisten der begehrten Köstlichkeiten reifen allerdings noch planmäßig am Baum vor sich hin, aber man kann schon die ein oder andere Frucht sehen, die ihre Nuss fast – aber nur FAST freigibt. Es sieht aus, als müsste ich nur lang genug unter dem Baum stehen bleiben und irgendwann fällt die Nuss zielgenau in meine geöffneten Hände. So lange kann ich natürlich nicht warten, also muss eine Lösung her. Der Baum ist hoch, ich bin klein und wir haben noch ein date um 13:30 Uhr. Frank, der verstanden hat, dass ich ohne Nüsse keinen Meter weiterfahren, lässt sich herab, einen Stock zu suchen, der lang genug ist, wenigstens an die unteren Äste heranzukommen. Und dann beginnt der Spass. Frank schlägt, ich sammle auf. Meistens platzen die Nüsse beim Sturz schon aus ihren Hüllen und ich habe meinen Freude. Platzen sie nicht freiwillig, wirft Frank sie auf den Asphalt und dann kullern sie und ich kann weiter sammeln. Dass meine Hände Lederfarben-braun sind, stört mich nicht im geringsten.
Heute ist mein Glückstag. Wir pausieren unter Birnbäumen, die so vollhängen, dass es eine Freude ist, zu pflücken und zu sammeln. Genau richtig sind sie: Hart, süß, perfekt. Zehn Wochen habe ich auf diese Erlösung gewartet und nun kann ich mich austoben. Birnen essen, dabei in die Birnen gucken, Birnen sammeln und anschließend weiss ich nicht, wohin mit all dieser Pracht. Ich kann sie nicht alle essen, ich kann nicht alle mitnehmen, also sammle ich eine grosse Tüte, um sie Martin in die Hand zu drücken, den wir gleich treffen werden.
Und das ist der dritte Glücksmoment des heutigen Tages. Zufällig fährt unser Freund von seiner Familie kommend die A5 entlang, gerade mal 15 km von unserer Radroute entfernt. Und so planen wir eine gemeinsame Mittagspause in Speyer. Dort gibt es das Domgartencafé, gemütlich gelegen in einem romantischen Park, Kaffee, Kuchen, Brezn, Bier, Flammkuchen. … Wir lassen es uns gutgehen und haben so viel zu erzählen. Eine richtig schöne Pause war das. Schön, dass Martin (der ja auch immer genug zu tun hat) sich die Zeit genommen hat. 🙂 Und die Birnen bin ich bei der Gelegenheit auch gut losgeworden. …





















1 Kommentar zu „T72: Oberrhein → Rhein-Neckar-Region“
Wie gut, dass du, Frank, zufällig vor ein paar Tagen per Mail ein „Lebenszeichen“ angefragt hast und wir von unserer räumlichen und zeitlichen Nähe in diesen Tagen erfahren haben, was dies wunderbare Treffen in Speyer ermöglichte! Es ist immer wieder schön und auch „gehaltvoll“, mit euch zusammen zu sein. Und damit meine ich sicher nicht den großen Beutel Äpfel und Birnen, die nun ihren Weg nach Herford finden …
Habt eine schöne restliche Tour, Martin